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 Pro Bahn: Fahrzeugmangel unverzüglich beheben
Fertige ICE 4 sollen unverzüglich ausgliefert werden 02.07.2019 - 15:21

Pro Bahn: Fahrzeugmangel unverzüglich beheben

Derzeit ist die Abnahme neuer ICE 4 Züge unterbrochen. Entgegen früherer Ankündigungen hat dies deutliche Auswirkungen auf die Betriebsqualität – die Fahrzeuge fehlen. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert daher die Deutsche Bahn und die Hersteller Siemens und Bombardier auf, einen unbürokratischen Weg zu finden, die fertigen aber nicht abgenommenen Züge einzusetzen. Wegen fehlerhafter Schweißnähte an den Wagen, die aus dem Breslauer Werk des Zulieferers Bombardier stammen, ruht derzeit die Abnahme neuer ICE 4 Fahrzeuge der Deutschen Bahn. Der letzte Neuzugang erfolgte im Oktober des Vorjahrs. Trotzdem hat die Deutsche Bahn ihr Angebot weiter ausgebaut. Gleichzeitig ist der Fahrzeugbedarf auf den Regellinien gewachsen. Die Baustelle Hannover – Göttingen bindet wegen der längeren Fahrzeiten zusätzliche Fahrzeuge. Dabei merkt man die fehlenden ICE 4 schmerzhaft: „Siemens hat ursprünglich als Zeitplan angegeben, alle fünf Wochen zwei Fahrzeuge auszuliefern. Das wären bisher bereits 14 Einheiten“, schätzt Lukas Iffländer, Vorstandsmitglied des Fahrgastverbands Pro Bahn.

Die Fahrzeuge fehlen überall. ICEs der ersten drei Generationen und der Neigetechniktyp ICE-T versuchen die Lücke zu schließen. Sie müssen ihrerseits wieder durch alte Intercitywagen ersetzt werden oder Züge verkehren nur mit einer statt zwei Einheiten, was stehende Fahrgäste zur Folge hat. Hinzu kommt, dass Züge vorzeitig wenden müssen oder keine Zeit bleibt, die Fahrzeuge zu reinigen. „In diesem Zustand kann man es sich eigentlich nicht leisten, frische Fahrzeuge auf dem Hof stehen zu lassen“, ist für Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, klar.

Auch wenn sich eine Fortsetzung der Auslieferungen im Herbst abzeichnet, ist dies nicht ausreichend. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert daher die Hersteller und die Deutsche Bahn auf, eine unbürokratische Übergangslösung zu finden, sodass möglichst viele der neuen Fahrzeuge unverzüglich in den Fahrgastbetrieb gehen können. „Da müssen die Unternehmen mal über den eigenen Schatten springen und auch an ihre Außenwirkung denken. Es kann nicht sein, dass tausende Fahrgäste leiden müssen, weil sich ein paar Firmen zanken“, stellt Iffländer klar. (Pro Bahn)

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