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 Reaktivierungsmaßnahmen in Bedarfsplan aufgenommen
Münster - Sendenhorst und Harsewinkel - Verl 05.07.2019 - 13:01

Reaktivierungsmaßnahmen in Bedarfsplan aufgenommen

Der Verkehrsausschuss des Landtages NRW hat beschlossen, die beiden westfälischen Reaktivierungsmaßnahmen in den ÖPNV-Bedarfs- und den -Infrastrukturfinanzierungsplan aufzunehmen. Die Verbandsversammlung des NWL hatte am 06.12.2018 die beiden westfälischen Reaktivierungsprojekte Münster – Sendenhorst (Westfälische Landes-Eisenbahn – WLE) und Harsewinkel – Gütersloh – Verl (Teutoburger Wald-Eisenbahn – TWE) zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW angemeldet. Beide Strecken weisen positive volkswirtschaftliche Ergebnisse auf. Auf Vorschlag des NRW-Verkehrsministeriums hat der Verkehrsausschuss NRW nunmehr die beiden Reaktivierungsmaßnahmen in den ÖPNV-Bedarfsplan sowie in den ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan des Landes aufgenommen. Damit ist für beide Projekte ein wichtiger weiterer Schritt in Richtung Realisierung vollzogen. Mit der Aufnahme in die ÖPNV-Pläne des Landes NRW bekommen die beiden Infrastrukturbetreiber Westfälische Landeseisenbahn (WLE) und Captrain Deutschland (TWE) nun die Möglichkeit, Fördermittel des Landes für den Ausbau ihrer Schienenstrecken zu erhalten. Ein entsprechender Ausbau ist Voraussetzung für eine Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs auf den Strecken.

Die WLE-Strecke erschließt den südöstlichen Stadtbereich von Münster mit dem Bereich MCC Hafen, dem Gewerbegebiet Loddenheide und den Stadtteilen Gremmendorf/York-Quartier, Angelmodde und Wolbeck und bindet die Stadt Sendenhorst einschließlich des Ortsteils Albersloh an das wachsende Oberzentrum und den Bahnknoten Münster an. Im Stadtbereich Münster verkehrt die WLE bis Wolbeck im 20-Minuten-Takt und ist eingebunden in den Stadtverkehr; nach Sendenhorst gibt es zwei stündliche Verbindungen mit direkten Bus-Anschlüssen nach Beckum und Ennigerloh. Die Reaktivierung der WLE-Strecke bietet die Chance, der aktuellen und prognostizierten Entwicklung der Wirtschaft und der Wohnquartiere mit einem guten Verkehrsangebot wichtige Impulse zu geben. Die TWE-Strecke verknüpft die beiden Städte Harsewinkel und Verl mit den großen Gewerbegebieten und dem Zentrum von Gütersloh; dabei münden beide Schienenstränge in den Gütersloher Hauptbahnhof. Auf ihrem Streckenverlauf sorgen ideal verortete Haltepunkte fu?r die Erschließung großer Einzugsbereiche – inklusive Konversionsflächen für Siedlungs- und Gewerbeentwicklungen. Das Konzept der TWE-Strecke wird für viele zu einer neuen Lebensqualität mit Gleisanschluss. Und durch das Entkoppeln vom straßengebundenen Verkehr werden attraktive Reisezeiten erreicht.

Die Planungen auf beiden Strecken umfassen die Erneuerung der Gleise, Weichen und Signalanlagen. Es greifen Bahnübergangskonzepte mit technischen Sicherungen, Aufhebungen und der Schaffung von Ersatzwegen. Alle Stationen werden barrierefrei eingerichtet. Die Planungen berücksichtigen die geltenden Vorgaben zum Schall- und Immissionsschutz. Der NWL setzt sich zum Ziel, hier – wie auch auf anderen heutigen Dieselstrecken – nachhaltige Antriebstechnologien einzusetzen. Mit der jetzt vorhandenen Grundlage können in der Folgezeit die weiteren planerischen Schritte in Zusammenarbeit mit den Betreibern der Infrastruktur sowie den beteiligten Kreisen und Kommunen und unter Einbindung der Büger/innen in Angriff genommen werden. (NWL)

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