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 DB Regio erhält Zuschlag im E-Netz Mainfranken
Laufzeit von Dezember 2021 bis Dezember 2027 09.07.2019 - 19:12

DB Regio erhält Zuschlag im E-Netz Mainfranken

Die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft, die den Regional- und S-Bahn Verkehr im Auftrag des Frei­staats plant, fi­nan­ziert und kon­trol­liert, erteilte am 09. Juli 2019 zusammen mit den weiteren be­tei­lig­ten Auf­ga­ben­trä­gern, dem Rhein-Main-Ver­kehrs­ver­bund (RMV) und dem Mi­nis­te­ri­um für Verkehr Baden-Würt­tem­berg, den Zuschlag auf das Angebot der DB Regio AG. Die Vergabe erfolgte in einem eu­ro­pa­wei­ten, so­ge­nann­ten offenen Ver­ga­be­ver­fah­ren. Die Leis­tun­gen in einem Umfang von rund 4,35 Mio. Zug­ki­lo­me­tern (Zkm) pro Jahr werden mit elek­tri­schen Ge­braucht­fahr­zeu­gen der Baureihe ET 440 (Alstom Coradia Lirex) erbracht. Der Ver­kehrs­ver­trag erstreckt sich über sechs Jahre und hat eine Laufzeit von Dezember 2021 bis Dezember 2027. Darüber hinaus be­inhal­tet er eine Ver­län­ge­rungs­op­ti­on von einem Jahr.

Foto: Deutsche Bahn AG
Das Wett­be­werbs­pro­jekt E-Netz Main­fran­ken umfasst folgende Strecken:
  • Würzburg – Nürnberg
  • Würzburg – Bamberg
  • Würzburg – Lauda
  • Würzburg – Gemünden
  • Würzburg – Marktbreit
  • Gemünden – Schlüchtern
  • Gemünden – Aschaffenburg
Das Fahr­plan­kon­zept mit täglich min­des­tens stündlich ver­keh­ren­den Re­gio­nal­zü­gen wird mit folgenden An­ge­bots­ver­bes­se­run­gen fort­ge­führt:

Die heute an Samstagen und Sonntagen be­ste­hen­de zwei­stünd­li­che RB-An­ge­bots­lü­cke zwischen Schwein­furt Stadt und Haßfurt wird ge­schlos­sen. Damit verkehren die Re­gio­nal­bah­nen zwischen den ICE-Kno­ten­bahn­hö­fen Würzburg und Bamberg täglich im Stun­den­takt. Die Station Scho­nun­gen wird zukünftig ebenfalls täglich stündlich bedient. Ebenso wird das Zug­an­ge­bot am Abend gegen 22:00 Uhr zugunsten eines lü­cken­lo­sen Stun­den­tak­tes aus­ge­wei­tet.

Strecke Würzburg – Lauda:

Die heute an Samstagen und Sonntagen noch zwei­stünd­lich ver­keh­ren­den Re­gio­nal­bah­nen fahren zukünftig täglich im Stun­den­takt.

Strecke Würzburg – Gemünden – Schlüch­tern/Lohr:

Das Angebot auf der RB-Linie Würzburg – Gemünden – Schlüch­tern wird im hes­si­schen Abschnitt auf einen durch­ge­hen­den Zwei­stun­den­takt und ein zu­sätz­li­ches Zugpaar am Abend aus­ge­wei­tet. Her­vor­zu­he­ben ist die Ein­rich­tung einer neuen Früh­ver­bin­dung von Montag bis Freitag ab Jossa um 06:36 Uhr nach Würzburg Hbf (an 07:34 Uhr) sowie die Schlie­ßung einer An­ge­bots­lü­cke am Abend an Samstagen und Sonntagen. Auch Lohr pro­fi­tiert von einer neuen Früh­ver­bin­dung von Montag bis Freitag: Lohr Bahnhof ab 05:04 Uhr – Würzburg Hbf an 05:49 Uhr.

Aus­wei­tung des Angebotes im engeren Ein­zugs­be­reich Würzburgs von Montag bis Freitag:

In der Zeit­span­ne zwischen 13:00 und 19:00 Uhr besteht zukünftig ein ungefähr halb­stünd­li­ches RB-Zug­an­ge­bot zwischen Würzburg, Karlstadt, Kitzingen und Markt­breit.

Neue Stationen im Netz der Main­fran­ken:
  • Würzburg – Heidingsfeld Ost (Strecke Würzburg – Marktbreit – Aschaffenburg)
  • Würzburg – Heidingsfeld West (Strecke Würzburg – Lauda
Diese werden nach Eröffnung täglich min­des­tens stündlich bedient.

Um den Fahr­gäs­ten einen hohen Komfort und um­fang­rei­chen Service zu bieten, gelten hohe An­for­de­run­gen hin­sicht­lich Pünkt­lich­keit und An­schluss­si­che­rung, Stör­fall­ma­nage­ment, Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten, Sau­ber­keit und Ser­vice­ori­en­tie­rung.  Bei jeder Fahrt wird min­des­tens ein Zug­be­glei­ter ein­ge­setzt. Zu­sätz­lich wird in unter Si­cher­heits­ge­sichts­punk­ten aus­ge­wähl­ten Zügen be­darfs­ori­en­tiert speziell ge­schul­tes Si­cher­heits­per­so­nal ein­ge­setzt.  Die Sitz­platz­ka­pa­zi­tä­ten wurden ent­spre­chend der er­war­te­ten Nachfrage, unter be­son­de­rer Be­rück­sich­ti­gung stark fre­quen­tier­ter Züge im Berufs- und Schü­ler­ver­kehr sowie im Frei­zeit­ver­kehr an Wo­chen­en­den fest­ge­legt. In den Haupt­ver­kehrs­zei­ten werden Züge mit bis zu 600 Sitz­plät­zen zwischen Würzburg und Nürnberg verkehren. Ab­wei­chun­gen von den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen werden durch Ent­gelt­min­de­run­gen (so­ge­nann­te Pönale) bestraft. In diesem Vertrag kommt das neue Pünkt­lich­keits­mess­sys­tem der BEG zur Anwendung, durch das unter anderem Ver­spä­tun­gen abhängig von ihrer tat­säch­li­chen Dauer pö­na­li­siert werden. Des Weiteren muss das Ver­kehrs­un­ter­neh­men am Qua­li­täts­mess­sys­tem der BEG teil­neh­men, das auch im RMV Anwendung findet. Damit prüft die Baye­ri­sche Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft die Sau­ber­keit der Züge, die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­stat­tung, die Fahr­gast­in­for­ma­ti­on im Zug, die Kompetenz und Ser­vice­ori­en­tie­rung der Zug­be­glei­ter, den Vertrieb, d. h. Fahr­schein­au­to­ma­ten und per­so­nen­be­dien­te Ver­kaufs­stel­len, und die Kun­den­ori­en­tie­rung bei Be­schwer­den.

Be­son­de­ren Wert legen die drei Auf­ga­ben­trä­ger auf die Bar­rie­re­frei­heit. Die Fahrzeuge haben Nie­der­flu­r­ein­stie­ge und er­mög­li­chen einen stu­fen­frei­en Zustieg an Bahn­stei­gen mit einer Höhe von 55 Zen­ti­me­tern über der Schie­nen­ober­kan­te. Auch an nied­ri­ge­ren oder höheren Bahn­stei­gen (38 bis 76 Zen­ti­me­ter) können mo­bi­li­täts­ein­ge­schränk­te Reisende ohne Vor­an­mel­dung ein- und aus­stei­gen. Dazu sind die Züge mit einer roll­stuhl­ge­rech­ten Rampe aus­stat­tet, die vom Zug­per­so­nal angelegt wird. Der Zustieg an sehr niedrigen Bahn­stei­gen wird durch eine aus­fahr­ba­re Tritt­stu­fe er­leich­tert. Zudem verfügt jeder Trieb­wa­gen über zwei roll­stuhl­ge­rech­te Toiletten und Roll­stuhl­plät­ze.

Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men stellt seine Soll­fahr­plä­ne den ein­schlä­gi­gen Rei­se­aus­kunfts­sys­te­men, darunter der bay­ern­wei­te Datenpool DEFAS Bayern der BEG sowie die Fahr­plan­aus­kunft der RMV, zur Verfügung. Bei auf­tre­ten­den Be­triebs­stö­run­gen werden die Fahrgäste auf Basis von Echt­zeit­da­ten und Prognosen über die zu er­war­ten­den Ab­wei­chun­gen vom Soll­fahr­plan in­for­miert. Dazu gehört eine kar­ten­ba­sier­te Dar­stel­lung der Fahr­zeug­po­si­tio­nen, die den Fahr­gäs­ten die Ori­en­tie­rung in der­ar­ti­gen Fällen er­leich­tert. Das Ver­kehrs­un­ter­neh­men erweitert den In­for­ma­ti­ons­um­fang in seiner App („Stre­cke­na­gent“) zu­sätz­lich um er­gän­zen­de Mo­bi­li­täts­an­ge­bo­te (z.B. Car-/Bikesha­ring) in der Region. In den Zügen erhalten die Fahrgäste über optische und akus­ti­sche Ein­rich­tun­gen (Matrix-Anzeigen, Durch­sa­gen) aktuelle In­for­ma­tio­nen zum Fahrt­ver­lauf.

BEG, RMV und das Mi­nis­te­ri­um für Verkehr Baden-Würt­tem­berg haben das Ver­kehrs­un­ter­neh­men ver­pflich­tet, alle jeweils räumlich gültigen Tarife des öf­fent­li­chen Verkehrs an­zu­wen­den und Fahr­aus­wei­se aus­zu­ge­ben. Dazu zählen sowohl Fahr­schei­ne der Verbünde RMV, VAB, VGN, VRN und VVM für Fahrten innerhalb des je­wei­li­gen Ver­bund­ge­biets als auch Fahr­schei­ne für Re­gio­nal­zü­ge gemäß DB-Tarif sowie der bwtarif bei Fahrten über die Ver­bund­gren­zen hinaus. Der zu­sätz­li­che Verkauf von Fern­ver­kehrs­fahr­schei­nen und Fahr­schei­nen für den in­ter­na­tio­na­len Verkehr wird gewünscht. DB-Tarife und Son­der­an­ge­bo­te, wie z. B. das Bayern-Ticket, das Quer-durchs-Land-Ticket oder das Bayern-Hopper-Ticket müssen anerkannt werden. An allen Stationen sind Fahr­kar­ten für den Nah- und Re­gio­nal­ver­kehr zu verkaufen und das jeweils gesamte An­ge­bots­spek­trum der am je­wei­li­gen Standort der Stationen geltenden Ver­bund­ta­ri­fe im RMV, VGN, VVM, VRN und in der VAB. An allen Stationen wird der Fahr­schein­ver­kauf aus Automaten gefordert,  zu­sätz­lich ist an zahl­rei­chen großen Stationen über die gesamte Ver­trags­lauf­zeit der per­so­nen­be­dien­te Verkauf gesichert. Abo-Vertrieb sowie der Vertrieb über die elek­tro­ni­schen Medien (online/mobil) runden den For­de­rungs­ka­ta­log der BEG ab. (BEG)

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