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 Zwischenbilanz für Aktionsplan Nahverkehr
Positives Fazit 25.01.2018 - 15:45

Zwischenbilanz für Aktionsplan Nahverkehr

Der Nahverkehr in Baden-Württemberg ist besser geworden, benötigt aber weitere Investitionen. Foto: DB/AG-Uwe Miethe
Sechs Monate nach Inkrafttreten eines 10-Punkte-Aktionsplans zur Verbesserung der Qualität des Nahverkehrs haben das Land Baden-Württemberg und DB Regio eine erste Zwischenbilanz gezogen. Vielerorts wurden demnach deutliche Fortschritte erzielt, fahren Züge wieder pünktlicher und zuverlässiger. Gleichzeitig bleiben einige kritische Linien wie zum Beispiel die Franken-, Bodenseegürtel- und Filstalbahn im Fokus der Anstrengungen. „Wir sind insgesamt besser geworden, aber wir sind immer noch nicht da, wo wir sein wollen. Deswegen setzen wir den Aktionsplan 2018 fort (...)“, sagt Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG. „Weiterhin erhalten wir viele Beschwerden über die mangelnde Qualität auf einigen Strecken, gleichwohl haben wir auf anderen Strecken Verbesserungen erzielt.
Neuralgische Punkte wie die Bereitstellung von genügend Wagen und Personal führen immer noch zu Unpünktlichkeit, zu kurzen Zügen bis hin zu Ausfällen im regionalen Schienenverkehr. Im Sinne der Fahrgäste fordere ich dauerhaft spürbare Verbesserungen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann nach einem Gespräch mit dem DB Regio Vorstand.

Die Erfüllungsquote lag im Jahr 2017 bei 98,9 Prozent. Die Quote der eigenverschuldeten Zugausfälle lag dabei bei 0,7 Prozent. Die Zahl der sog.  Komfortstörungen wie defekte Türen, Beleuchtung oder Toiletten nahm im zweiten Halbjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr um rund ein Drittel ab. Auf der von Problemen besonders betroffenen Frankenbahn hat sich die Pünktlichkeit im 4. Quartal 2017 gegenüber Vorjahr leicht, aber noch nicht ausreichend verbessert. Die Quote der Zugausfälle ging leicht zurück. Auf der bereits stark ausgelasteten Filstalbahn hat DB Regio zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt und den Fahrplan angepasst, so dass deutlich mehr Züge pünktlich ihr Ziel erreichen konnten. Um die Zuverlässigkeit zu stabilisieren, wurden unter anderem Fahrzeuge und Personale von DB Regio aus anderen Bundesländern eingesetzt; so arbeiten derzeit über 30 Lokführer aus anderen Regionen in Baden-Württemberg, zudem werden Züge auch in Werkstätten anderer Regionen repariert und instandgehalten.

Das Verkehrsministerium und DB Regio arbeiten derzeit gemeinsam an Verbesserungen  auf der Bodenseegürtelbahn. Details hierzu werden am 30. Januar Vertretern der Region vorgestellt. Beschlossen ist bereits der Aufbau eines Flexi-Teams: Triebfahrzeugführer, die je nach Bedarf an verschiedenen Einsatzstellen unterstützen. Wenn ab März die Höllentalbahn für neun Monate komplett gesperrt ist, können zum Beispiel knapp zwei Dutzend Lokführer an anderer Stelle eingesetzt werden, einige ausschließlich auf der Frankenbahn. Die Westfrankenbahn übernimmt zudem Leistungen von Heilbronn aus.  Ziel ist es, dass 2018 mehr als 120 Lokführer ihre Ausbildung abschließen und dann in Baden-Württemberg unterwegs sein werden. Der bereits laufende Einsatz von 30 zusätzlichen Kräften aus anderen Bundesländern soll über die bislang vereinbarten sechs Monate hinaus möglichst verlängert werden.

Um Fahrzeugprobleme schneller in den Griff zu bekommen, setzt DB Regio auf eine verstärkte Spezialisierung in den Werkstätten. Nicht mehr jede Werkstatt soll jede Baureihe reparieren. Ziel ist es, dass sich die großen Werkstätten jeweils nur noch auf einige wenige Baureihen konzentrieren. In Baden-Württemberg sind aktuell 25 unterschiedliche Loks und Wagentypen auf den Schienen. Nach der Analyse von wiederholt auftretenden technischen Problemen bei bestimmten Fahrzeugtypen werden die Lokführer nun laufend darin geschult, kleine Reparaturen selbst vorzunehmen. Damit soll vermieden werden, dass Wagen bei jeder Störung in die Werkstatt müssen. Die Werkstatt Ulm hat indes noch einmal technisch aufgerüstet und ist mit einer modernen Maschine zur Radsatzbearbeitung schneller als bisher in der Lage, Radreifen zu reprofilieren, damit Züge schneller wieder in den Umlauf zurückkehren.

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