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 Digitale Vernetzung für verkehrsträgerübergreifende Mobilität
ÖPNV-Offensive Nordrhein-Westfalen 26.11.2019 - 14:07

Digitale Vernetzung für verkehrsträgerübergreifende Mobilität

Die Digitalisierung ermöglicht bessere Information, effiziente Prozesse und ein besseres Angebot für die Mobilität der Menschen. Wie die Chancen des digitalen Wandels insbesondere für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) genutzt werden können, ist Gegenstand der gemeinsamen Initiative „ÖPNV-Digitalisierungsoffensive Nordrhein-Westfalen“. Am Montag (25. November 2019) trafen sich Vertreter von Ministerium für Verkehr, nordrhein-westfälischen Zweckverbänden, den Verkehrsverbünden und -unternehmen auf Einladung von Verkehrsminister Hendrik Wüst in Düsseldorf zum jährlichen Erfahrungsaustausch, zur Vorstellung von Ergebnissen und zur Weiterentwicklung ihrer gemeinsamen Initiative.

Auf Initiative des Verkehrsministeriums treiben die Beteiligten im Rahmen der ÖPNV-Digitalisierungsoffensive Nordrhein-Westfalen seit November 2017 mit verschiedenen Teilprojekten den digitalen Wandel im Öffentlichen Personennahverkehr voran. Bei ihrem Strategietreffen vereinbarten die Partner fachliche und organisatorische Weiterentwicklungen der ÖPNV-Digitalisierungsoffensive Nordrhein-Westfalen. Das gemeinsame Ziel der ÖPNV-Digitalisierungsoffensive ist es, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, damit der Fahrgast einen einfachen und komfortablen Zugang zum ÖPNV hat.

Die Teilprojekte zur Digitalisierung und Vernetzung von Information, Tarif, Vertrieb und Mehrwertdiensten sollen verbundübergreifend umgesetzt werden. „Das Angebot im Nahverkehr muss besser werden“, sagte Minister Wüst anlässlich des Treffens. „Die Leute steigen nur auf Busse und Bahnen um, wenn sie den ÖPNV einfach und flexibel nutzen können. Mobilität muss verkehrsträgerübergreifend aus einer Hand unkompliziert gebucht und bezahlt werden können. Gemeinsames Ziel der ÖPNV-Digitalisierungsoffensive ist es, hierfür die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.“

Erste Projekte konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden, wie beispielsweise der Praxistest „nextTicket“, bei dem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) im vergangenen Jahr ein vom Land gefördertes smartphonebasiertes Check-in/Check-out-System mit einem elektronischen Tarif erprobt hat, der nach Linienkilometern abgerechnet wurde. Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) läuft aktuell der Praxistest „VRS-eTarif“ nach dem Motto „Einchecken – Fahrt genießen – Auschecken“. Mit dem Projekt „Big Bird Westfalen“ soll ab 2020 ein eTarif im westfälischen Raum mit speziellem Fokus auf Barrierefreiheit erprobt werden. „Nach den Tests und Piloten sind die Verbünde am Zug, die tariflichen Voraussetzungen zu schaffen, so schnell wie möglich einen eTarif in Nordrhein-Westfalen verbundübergreifend umzusetzen“, erklärte Minister Wüst.

Noch in diesem Jahr wird die App mobil.nrw eingeführt. Die App bündelt alle Nahverkehrstarife und den NRW-Tarif. Ein weiterer wichtiger Meilenstein der ÖPNV-Digitalisierungsoffensive ist die im VRS in Betrieb genommene bundesweit standardisierte Ticket-Schnittstelle (IPSI) für dessen Tarife, um Handy-Ticket-Systeme in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus miteinander vernetzen zu können. Damit wird perspektivisch der gegenseitige Ticketverkauf über Smartphones mit anderen Tarifregionen möglich. Mit der Entwicklung eines sogenannten Produkt-Kontroll-Modul-Systems (PKM) hat die Digitalisierung der Tarife begonnen. Das vom Land mit 1,3 Millionen Euro geförderte PKM bietet eine standardisierte Möglichkeit, Tarife des ÖPNV abzubilden und über Schnittstellen in Verkauf- und Kontrollgeräte zu implementieren. Davon profitieren die Verbünde und Verkehrsunternehmen, die künftig ihre Tarifinformationen digital einheitlich verarbeiten und abbilden können.

Die ÖPNV-Digitalisierungsoffensive ist nur ein Baustein der ÖPNV-Offensive, mit der die Landesregierung das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen verbessert. Über die Aspekte der Digitalisierung hinaus stellt das Land bis 2031 eine Milliarde Euro für die dringend notwendige Erneuerung der Stadt- und Straßenbahnen zur Verfügung. Außerdem fließen in den nächsten 12 Jahren rund 100 Millionen Euro in Schnellbus-Linien im ländlichen Raum. Rund 180 Millionen Euro investiert Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Bahn und den Aufgabenträgern in ein robustes Schienennetz. Für die Etablierung von On-demand-Verkehren sind 120 Millionen Euro eingeplant. Außerdem fördert das Verkehrsministerium die Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken. (Ministerium für Verkehr NRW)

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