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 Erfolgreiches und strenges 2019 für die RhB
Jahresendmedienkonferenz 29.11.2019 - 17:49

Erfolgreiches und strenges 2019 für die RhB

2019 war ein sehr erfolgreiches, aber auch forderndes Jahr für die Rhätische Bahn (RhB): RhB-Verwaltungsratspräsident Stefan Engler und RhB-Direktor Renato Fasciati schauten an der traditionellen Jahresendmedienkonferenz zufrieden auf das zu Ende gehende Jahr. Wieder konnte die RhB mehr Fahrgäste begrüssen und sehr viele Projekte anstossen oder abschliessen. Die Nachfrage im Personenverkehr stieg bis Ende Oktober 2019 um 4.4 Prozent. Bei der Autoverladung konnte per diesem Stichtag eine Zunahme der transportierten Fahrzeuge um 10.1 Prozent verzeichnet werden. Bei nach wie vor sehr grosser Bautätigkeit erreichten die Investitionen in die Infrastruktur mit 254 Millionen Franken einen neuen Höchststand.

Im laufenden Geschäftsjahr konnte die Nachfrage im Personenverkehr weiter gesteigert werden. Dies trotz der 7-monatigen Totalsperre im Unterengadin, während welcher zahlreiche Sanierungs- und Umbauprojekte in einem Cluster zusammengefasst und kosten- und zeitsparend umgesetzt wurden. Sehr erfolgreich ist der Panoramazug Bernina Express unterwegs: Bis Ende Oktober 2019 stieg die Nachfrage um 30.1 Prozent. Beim Autoverlad Vereina wurden 10.1 Prozent mehr Fahrzeuge transportiert. Es zeichnet sich ab, dass zum 20 Jahr Jubiläum dieses Jahr erstmals die Marke von 500‘000 transportierten Fahrzeugen erreicht wird.

Die neuen Capricorn-Triebzüge sind bereits im Probebetrieb im Einsatz. Foto: RhB
Der Güterverkehr behauptet sich in einem schwierigen Umfeld. Erschwerende Bedingungen im Holzverkehr, mit der Kombination von Überangebot an Holz in Zielmärkten und tiefem Euro-Kurs, sowie das Wegfallen der Transporte vom Ausbruchmaterial des neuen Albulatunnels drücken auf die Erlöse. Zudem hatte auch die Totalsperre im Unterengadin einen Wegfall von Transporten für die Bündner Güterbahn zur Folge. Demgegenüber konnten die Tonnagen bei den Branchen Lebensmittel/Getränke, Erdölprodukte sowie Post und übriger Verkehr erhöht werden. Insgesamt resultiert beim Güterverkehr bis Ende Oktober 2019 bei den beförderten Tonnen ein Minus von 8.9 Prozent und beim Nettoerlös ein Minus von 14.5 Prozent.

Im Jahr 2019 konnten zahlreiche Projekte abgeschlossen werden. So wurden während der Totalsperre im Unterengadin unter anderem der Bahnhof Lavin und die Umsteigestation Sagliains behindertengerecht um- und ausgebaut. Auch die Bahnhöfe Ilanz und Poschiavo erfuhren umfassende Modernisierungs- und Umbauarbeiten. Ebenfalls noch dieses Jahr können die Doppelspur Thusis – Sils und die zweite Hinterrheinbrücke bei Reichenau-Tamins in Betrieb genommen werden. Mit der zusätzlichen Doppelspur erhofft sich die RhB eine Stabilisierung des Fahrplans auf der Albulalinie. Mit der Inbetriebnahme der beiden Hinterrheinbrücken werden die Surselva- und die Albulalinie entflechtet, was ebenfalls für mehr Fahrplanstabilität sorgen wird. Auf der Angebotsseite erhielten Neuerungen wie der Bernina Diavolezza Express oder der Erlebniszug Rheinschlucht/Ruinaulta grossen Zuspruch der Kundschaft. Auch die Glacier Express Excellence Class konnte sich gut etablieren. Mit einer Auslastung von 55 % wurden die Erwartungen übertroffen. Die Luxusklasse des Glacier Express wurde zudem mit einem «Milestone Award» für innovative Tourismusangebote ausgezeichnet. Wiederum sehr erfolgreich waren die historischen Fahrten zwischen Davos und Filisur, die für einen «Milestone Award» nominiert waren. Gut genutzt wurden auch die WEF Shuttle-Züge, die den Strassenverkehr in und um Davos während des World Economic Forums entlasten konnten. Die Shuttle-Züge werden beim WEF 2020 wieder zum Einsatz kommen.

Die Bautätigkeit bei der RhB bleibt auch im nächsten Jahr sehr hoch. Vollendet und bezogen wird im ersten Quartal 2020 der neue Interventionsstützpunkt Infrastruktur in Landquart. Ende März ziehen insgesamt 75 Mitarbeitende in das markante neue Wahrzeichen der RhB in Landquart ein. Beim Grossprojekt «Umbau Bahnhof Landquart» werden als nächstes die Erweiterungs- und Umbauten der Hauptwerkstätten sowie der Abbruch des Fahrleitungswerkhofes in Angriff genommen. Von den zahlreichen Infrastrukturprojekten, mit Brücken- und Tunnelsanierungen, werden die Fahrgäste diejenige des Arosertunnels besonders spüren: So wird voraussichtlich vom 31. August bis 29. November 2020 der Tunnel zwischen Litzirüti und Arosa für eine erste Etappe der Bauarbeiten gesperrt und es verkehren Bahnersatzbusse.

Verwaltungsratspräsident Stefan Engler präsentierte die Resultate der diesjährigen Mitarbeiterumfrage. Mit 67 % war wiederum eine erfreulich hohe Beteiligung zu verzeichnen. Die RhB-Führung kann sich über ein nach wie vor sehr grosses Commitment ihrer Mitarbeitenden freuen (84/100 Punkte). Jedoch spüren die RhB-Mitarbeitenden zunehmend die berufliche Belastung. Engler bezeichnete dies als «Wachstumsschmerzen». Die Work-Life Balance wird von den Umfrageteilnehmern zwar nach wie vor als gut bewertet. Im Hinblick auf die weiter steigenden Investitionen in die Infrastruktur, die Modernisierung der Rollmaterialflotte sowie dem künftigen Angebotsausbau will die Unternehmung handeln: So wird die RhB in den nächsten drei Jahren über 110 neue Vollzeitstellen schaffen.

Die RhB hat bei Stadler 36 neue Capricorn-Triebzüge bestellt. Im Laufe dieses Jahres wurden drei Fahrzeuge in Landquart angeliefert. Bis Anfang März 2020 werden sechs Fahrzeuge bei der RhB eingetroffen sein. Danach können die Betriebserprobungen mit Fahrgästen aufgenommen werden. Ab Dezember 2020 sollen die ersten Capricorns fahrplanmässig eingesetzt werden, und zwar auf der Strecke Landquart – Davos – Filisur. Die breite Öffentlichkeit erhält im Juni Gelegenheit, die neuen Fahrzeuge zu besichtigen: Am 13./14. Juni 2020 findet in Landquart das RhB-Bahnfestival mit Tauffest für die ersten Capricorn-Triebzüge statt. (RhB)

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