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 Grundangebot muss auch weiterhin angeboten werten
Fahrgastverband Pro Bahn: 18.03.2020 - 14:26

Grundangebot muss auch weiterhin angeboten werten

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert die Fernverkehrsbetreiber und Aufgabenträger auf, den Basistakt auch während der Corona-Pandemie zu erhalten. Zudem muss über Angebotsrücknahmen aktiv und zuverlässig informiert werden. Die Fahrgastvertreter begrüßen Sicherheitsmaßnahmen der Unternehmen und danken den Mitarbeitern für ihren Einsatz. Gerade in diesen schwierigen Zeit muss nach Meinung des Fahrgastverbandes Pro Bahn der öffentliche Nah- und Fernverkehr aufrecht erhalten bleiben. Viele Menschen in systemkritischen Berufen sind auf diesen angewiesen.
Pro Bahn fordert die Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs und sieht diesen als systemkritische Infrastruktur. Foto: DB/AG-Uwe Miethe
 „Wenn der Weg zur Arbeit jetzt für Ärzte, Krankenschwestern, Polizisten, Lokführer und viele andere deutlich länger dauert, obwohl diese sowieso Sonderschichten schieben, sinkt deren Leistungsfähigkeit und ihr Immunsystem wird geschwächt. Das können wir nicht riskieren“, steht für Detlef Neuß, den Bundesvorsitzenden von Pro Bahn fest.

Der Verband begrüßt dabei, dass die Eisenbahnunternehmen, wie auch die Betreiber des ÖPNV besondere Maßnahmen ergreifen, damit der öffentliche Verkehr nicht zu einem zentralen Verbreiter des Corona-Virus wird. Dazu gehören mehr Desinfektionen und Reinigungen. Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Verbands: „Ebenso halten wir Schutzmaßnahmen für das Personal, wie sie bei vielen Busbetrieben eingeführt wurden – das Einsteigen an den hinteren Türen und kein Ticketverkauf beim Fahrer – für sinnvoll. In diesen Zeiten ist es noch wichtiger, dass die Waschgelegenheiten in den Zügen funktionieren und immer Seife und möglichst überall auch Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.“

„Wenn jetzt durch die Schließung von Kitas und Schulen bei Mitarbeitern der Verkehrsunternehmen ein erhöhter Betreuungsaufwand für die Eltern entsteht, so ist es verständlich“, ergänzt Neuss, „dass bei reduziertem Personal nicht alle Züge und Busse gefahren werden können, zumal auch die Nachfrage nicht auf dem gewohnten Niveau geblieben ist. Allerdings ist dann darauf zu achten, dass die Züge und Busse nicht überfüllt sind, damit die Fahrgäste den notwendigen Abstand zu anderen einhalten können.“ Ziel sollte es sein, dass maximal jeder zweite Sitzplatz besetzt ist und keine Fahrgäste stehen müssen. Wo nötig sollten dafür auch Fahrzeuge aus ausgefallenen Zügen eingesetzt werden, um die fahrenden Züge zu verlängern.

Für die Fahrgäste ist es dabei von entscheidender Bedeutung, dass alle Informationen rechtzeitig und verlässlich über alle Medien verbreitet werden. Wenn Fahrgäste morgens am Zug stehen und wegen eines spontanen Ausfalls eine Stunde im Wartehäuschen kuscheln, ist das der Situation nicht zuträglich. Dabei sollten die Bahn- und Busunternehmen unbedingt das Basis-Angebot, die regionalen Züge und Busse des Grundtaktes, verkehren lassen. (Pro Bahn)

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