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 Vossloh startet erfolgreich ins Geschäftsjahr 2020
Auftragseingänge und Profitabilität deutlich über Vorjahr 30.04.2020 - 13:17

Vossloh startet erfolgreich ins Geschäftsjahr 2020

Die Vossloh AG hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2020 eine erfreuliche Entwicklung insbesondere beim EBIT und Auftragseingang genommen. So legte der Auftragseingang im Quartalsvergleich auf 291,9 Mio.€ (Vorjahr ohne veräußerte US-Aktivitäten: 252,5 Mio.€) zu. Auch beim Umsatz war insgesamt eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Nach Bereinigung der fehlenden Umsätze aufgrund der Veräußerung von Aktivitäten in den USA im Vorjahr lag der Umsatz mit 182,9 Mio.€ trotz vereinzelter COVID-19-Effekte rund 3 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert von 177,5 Mio.€ (berichtet: 190,0 Mio.€). Das Verhältnis neuer Aufträge zum Umsatz (Book-to-Bill) stieg im Berichtsquartal auf 1,6. Das EBIT verbesserte sich signifikant auf 16,5 Mio.€, nachdem im Vorjahresquartal noch ein negatives EBIT in Höhe von 0,6 Mio.€ angefallen war.

Dieses außergewöhnlich hohe EBIT geht neben operativen Verbesserungen maßgeblich auf eine erfolgswirksame Buchwertanpassung in Höhe von 15,6 Mio.€ im Rahmen der Übergangskonsolidierung eines im Vorjahr gegründeten Joint Ventures in China im Geschäftsfeld Fastening Systems zurück (unter Herausrechnung dieses Effekts lag das EBIT bei 0,9 Mio.€). Die EBIT-Marge stieg dadurch auf 9,0 % (Vorjahr: -0,3 %). Entsprechend stieg auch das EBITDA deutlich auf 28,8 Mio.€ (Vorjahr: 12,2 Mio.€) an. Die EBITDA-Marge lag mit 15,7 % deutlich über dem Vorjahreswert von 6,4 %. Das Konzernergebnis war aufgrund der Belastungen aus nicht fortgeführten Aktivitäten noch leicht negativ, verbesserte sich aber ebenfalls deutlich auf -2,6 Mio.€ (Vorjahr: -22,5 Mio.€).

Oliver Schuster, Vorsitzender des Vorstands der Vossloh AG kommentiert: „Wir freuen uns, dass unser in weiten Teilen umgesetztes Maßnahmenprogramm greift und trotz der pandemiebedingten Sondersituation bereits im ersten Quartal 2020 deutliche Wirkung zeigt. Die Reorganisation unserer Produktionslandschaft und die Trennung von unvorteilhaften Geschäften schafft die Grundlage für eine deutliche Steigerung unserer künftigen Profitabilität und Eigenfinanzierungskraft. Dies wird durch die erfreuliche Entwicklung im ersten Quartal bestätigt. Im Hinblick auf die weitere Geschäftsentwicklung können wir insgesamt auch dank des guten Auftragseingangs und der vergleichsweise hohen Krisenresistenz unserer Branche, trotz aller Unsicherheiten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, selbstbewusst nach vorne schauen.“

Im Geschäftsbereich Core Components steigerte Vossloh im ersten Quartal 2020 den Umsatz auf 77,7 Mio.€ nach 72,0 Mio.€ in der Vergleichsperiode. Dieser Umsatzanstieg ging dabei ausschließlich auf die Erlöszuwächse im Geschäftsfeld Tie Technologies auf 36,5 Mio.€ (Vorjahr: 28,5 Mio.€) zurück, die vor allem durch das Hochlaufen verschiedener Projekte in Australien begünstigt waren. Der Umsatz im Geschäftsfeld Fastening Systems lag mit 43,9 Mio.€ nur leicht unter Vorjahresniveau (46,0 Mio.€). Der Geschäftsbereich Core Components erzielte im ersten Quartal 2020 ein EBIT von 19,4 Mio.€ (Vorjahr: 6,5 Mio.€), begünstigt durch den Ergebniseffekt im Rahmen der Übergangskonsolidierung des chinesischen Joint Ventures (unter Herausrechnung des Effekts lag das EBIT bei 3,8 Mio.€). Dagegen fielen Anlaufkosten in Verbindung mit dem Hochfahren von Produktionskapazitäten im Geschäftsfeld Tie Technologies an. Insgesamt erhöhte sich die EBIT-Marge auf 25,0 % nach 9,0 % im Vorjahr. Der Auftragseingang bei Core Components zog auf 107,9 Mio.€ an (Vorjahr: 90,7 Mio.€), vor allem dank hoher Auftragseingänge in den USA und in Australien im Geschäftsfeld Tie Technologies. Der Auftragsbestand bei Core Components legte ebenfalls deutlich zu und lag bei 302,8 Mio.€ (Vorjahr: 256,0 Mio.€).

Der Umsatz im Geschäftsbereich Customized Modules lag im ersten Quartal 2020 bei 87,6 Mio.€ (Vorjahr: 101,0 Mio.€). Der geringere Umsatz war dabei ausschließlich auf den Entfall der Umsätze aus den veräußerten US-Aktivitäten zurückzuführen. Portfoliobereinigt lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau, trotz vereinzelter Hemmnisse, z.B. in Frankreich, in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie. Hieraus ergaben sich entsprechend auch erste Ergebnisbelastungen, die durch den Wegfall der Verluste der veräußerten US-Aktivitäten sowie höherer Ergebnisbeiträge aus Italien und Schweden überkompensiert wurden. Das EBIT stieg im Ergebnis spürbar auf 1,8 Mio.€ an (Vorjahr: -0,3 Mio.€). Die EBIT-Marge belief sich auf 2,1 % (Vorjahr: -0,3 %). Der Auftragseingang erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 12,3 % auf 147,7 Mio.€ gegenüber dem bereits hohen Vorjahreswert in Höhe von 131,5 Mio.€. Insbesondere in Polen und Serbien konnten größere Aufträge gewonnen werden. Der Auftragsbestand belief sich auf 333,2 Mio.€ und lag damit portfoliobereinigt in etwa auf Vorjahresniveau (333,9 Mio.€).

Im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions hat sich im ersten Quartal 2020 die zuletzt zu beobachtende gute Entwicklung im Logistik-Geschäft und in den Schweißwerken fortgesetzt, sodass der Umsatz auf 20,2 Mio.€ (Vorjahr: 19,1 Mio.€) stieg. Das saison-typisch negative EBIT verbesserte sich auf -1,8 Mio.€ gegenüber -2,6 Mio.€ in der Vergleichsperiode. Dies war insbesondere der Umsatzentwicklung folgend auf die Bereiche Logistik und Stationäres Schweißen zurückzuführen. Der Auftragseingang bei Lifecycle Solutions belief sich auf 38,4 Mio.€ (Vorjahr: 36,4 Mio.€). Hier konnten vor allem wesentliche Aufträge in Schweden (Weicheninstandhaltung), in Deutschland (i.W. Stationäres Schweißen und Logistik) und in den Niederlanden (Schienenfräsen) gewonnen werden. Der Auftragsbestand lag bei 28,6 Mio.€ (Vorjahr: 30,2 Mio.€).

Das Geschäftsfeld Locomotives, letztes verbliebenes Geschäftsfeld des Geschäftsbereichs Transportation, ist auch in den Mitteilungen zum ersten Quartal 2020 als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt worden. 2019 wurde ein Vertrag zum Verkauf des Geschäftsfelds an CRRC unterzeichnet. Der Vorstand rechnet kurzfristig mit dem Vollzug des Verkaufs, nachdem mittlerweile alle notwendigen behördlichen Genehmigungen inklusive der Freigabe durch das Bundeskartellamt erfolgt sind. Im ersten Quartal 2020 betrug die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im Vossloh-Konzern 3.472 (Vorjahr: 3.868). Der deutliche Rückgang ist auf die Umsetzung des Maßnahmenprogramms zurückzuführen.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Geschäft von Vossloh sind bezogen auf das erste Quartal 2020 verhältnismäßig gering. Insbesondere das China-Geschäft des Geschäftsbereichs Core Components zeigt bisher keinerlei Beeinträchtigung und übertraf im ersten Quartal sogar die Erwartungen. Negative Umsatz- und Ergebniseffekte waren vor allem im Geschäftsbereich Customized Modules zu verzeichnen. Darüber hinaus gehende Umsatz- und Ergebnisbelastungen im Vossloh-Konzern sind im weiteren Jahresverlauf infolge temporärer bzw. weiterhin bestehender Produktionsstilllegungen und anderer Folgewirkungen der Pandemie nicht auszuschließen. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung hatten Vorstand und Aufsichtsrat am 16. April beschlossen, der Hauptversammlung der Vossloh AG die Aussetzung der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 vorzuschlagen. Diese Maßnahme trägt maßgeblich zur Stärkung der Bilanz von Vossloh bei.

Auf Basis der heutigen Erkenntnisse und einer sorgfältigen Risikoeinschätzung sowie unter Hinweis auf die offensichtlichen Unwägbarkeiten über die weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie rechnet der Vorstand der Vossloh AG für das Geschäftsjahr 2020 weiterhin mit Umsätzen zwischen 900 Mio.€ bis 1 Mrd.€ sowie, begünstigt durch den beschriebenen Effekt im Zusammenhang mit der erstmaligen Vollkonsolidierung eines chinesischen Joint Ventures, einer EBIT-Marge zwischen 7 % und 8 %. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 12 % bis 13 %. (Vossloh)

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