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 20 Jahre eurobahn
Jubiläum 2: NRW

20 Jahre eurobahn

Mit den Linien RB 71, Ravensberger Bahn, und RB 73, der Lipperländer, nahm vor 20 Jahren die eurobahn erstmalig Fahrt im Ostwestfalen-Lippe-Netz auf. Als einer der ersten privaten Anbieter im öffentlichen Schienenpersonennahverkehr blickt das Unternehmen auf zwei ereignisreiche Jahrzehnte zurück. „Wenn wir an die Anfänge der Privatisierung bis zum heutigen Tag denken, hat sich eine Menge in der Branche entwickelt. Gemeinsam arbeiten wir an der Verkehrswende. Ein verbessertes Fahrgastangebot, moderne Züge sowie die Steigerung von Fahrgastzahlen lassen uns positiv in die Zukunft des Schienenpersonennahverkehrs blicken. Ein besonderer Dank gilt unseren Fahrgästen und unseren Mitarbeitern sowie unseren Branchenpartnern, die uns täglich begleiten und zur Seite stehen“, sagt Magali Euverte, Vorsitzende der Geschäftsführung Keolis Deutschland.

Einfahrt für die Eurobahn. Seit 20 Jahren ist das Unternehmen am Markt tätig. Foto: Keolis
Die erste Fahrt der beiden Linie starteten am 28. Mai 2000 am Bielefelder Hbf. Sieben Mitarbeiter/innen des eurobahn-Teams können sich noch an die aufregende Betriebsaufnahme erinnern und feiern zudem ihr 20-jähriges Mitarbeiterjubiläum. Darüber hinaus wurde 2000 der Grundstein für die Werkstatt in Bielefeld-Sieker gesetzt, ein Jahr später erfolgte die Einweihungsfeier. 20 Jahre später zählt das Unternehmen zu einem der größten privaten Schienenpersonennahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen; betreibt zwei eigene Werkstätten, verfügt über Zentralstandorte in Düsseldorf und Hamm und ist auf rund 1.000 Mitarbeiter/innen herangewachsen. Neben den anfänglichen zwei Linien gehören mittlerweile 14 weitere Linien ins Portfolio von Keolis Deutschland, die mit 96 modernen Triebfahrzeugen betrieben werden.

Mit dem Maas-Wupper-Express, RE 13, fährt die eurobahn seit 2010 täglich alle Reisende bis ins Nachbarland Niederlande. Mit der Übernahme der Linie RB 61 im Dezember 2017 wird zudem grenzüberschreitend bis Hengelo, Niederlande, gefahren. Für die Ausbildung der Triebfahrzeugführer bedeutet dies nebst Streckenkunde, Lernen des niederländischen Regelwerkes sowie der Sprache. Nebst der Beförderung von Reisenden setzt die eurobahn einen Schwerpunkt auf Berufsausbildung und Qualifizierung.  Nebst dreijähriger Berufsausbildung zum Eisenbahner/in im Betriebsdienst mit abschließender Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer werden zudem junge Menschen in den Ausbildungsberufen zum Mechatroniker/in sowie zum Fachinformatiker/in Systemintegration ausgebildet.

Zum 01. September starten insgesamt neun junge Menschen ihre Berufsausbildung bei Keolis Deutschland. Darüber hinaus gibt es für Interessierte und Quereinsteiger die Möglichkeit, innerhalb einer rund 11-monatigen Qualifizierung auf dem zweiten Bildungsweg den Beruf des Triebfahrzeugführers zu erlernen. Dabei setzt das Unternehmen auf Chancengleichheit und Diversity. „Frauenpower im Führerstand oder auch in der Führungsebene sind für uns keine Floskeln, sondern gelebte Praxis. Wir liegen mit rund 7 % weiblicher Triebfahrzeugführerinnen bspw. über den Branchendurchschnitt von 4%. Da ist natürlich weiterhin noch Luft nach oben“, ergänzt Euverte.

Der Unternehmenssitz unter den Namen Rhenus Keolis war zur Gründungszeit in Mannheim mit Niederlassung in Mainz. Die administrativen Anfänge wurden in zwei Büroräumen in einem Torhäuschen der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH gestartet. Mit der Separierung von Rhenus und Keolis zog die Hauptverwaltung kurze Zeit nach Gründung nach Berlin. Von der Hauptstadt aus wurde das Unternehmen über 15 Jahre gesteuert. Mit der Betriebsaufnahme im Maas-Rhein-Lippe-Netz 2009 gab es erstmalig im Rheinland in Düsseldorf den ersten Verwaltungssitz, der seit 2015 der Hauptsitz der eurobahn ist.

Das Jubiläumsjahr hat für die eurobahn ereignisreich angefangen. Nach einem streikbedingten Sonderfahrplan auf einigen Strecke, konnte das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit wieder sein Leistungsangebot bieten. Im Februar wirbelten die Sturmtiefs Sabine und Viktoria den Fahrplan durcheinander und sorgten für einen Stillstand im Schienenpersonennahverkehr. Nur wenige Wochen später folgte der mit der Branche abgestimmte Sonderfahrplan innerhalb der Corona-Pandemie. Erstes Fazit der bisherigen fünf Monate: „Das Jahr verläuft bisher atypisch. Mit diesen Ereignissen hätten auch wir niemals gerechnet“, ist sich die Keolis Geschäftsführung einig.

„Unser Ziel lautet stets und insbesondere in dieser Zeit, unseren Fahrgästen einen zuverlässigen und stabilen Betrieb zu bieten. Wir zählen zu den sogenannten systemrelevanten Unternehmen, unsere Mitarbeiter sind „Alltagshelden der Grundversorgung“. Wir sind stolz auf unser eurobahn-Team, dass in dieser herausfordernden Zeit für all unsere Fahrgäste zuverlässig im Einsatz ist. Jetzt gilt es, unsere Fahrgäste zurück auf die Schiene einzuladen. Hierbei werden alle arbeitsschutzrelevanten Maßnahmen eingesetzt und der Schutz von Fahrgästen und Mitarbeitern hat höchste Priorität. Dennoch bleibt der Schienenpersonennahverkehr auch in diesen besonderen Zeiten ein zuverlässiger und verantwortungsvoller Partner, auf dem die Fahrgäste setzen können“, schließt Euverte ab. Die Jubiläumsfeierlichkeiten und auch Events für die Fahrgäste werden unter dem Motto „20 +1“ auf Mai 2021 verschoben. (Keolis)

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