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 Eisenbahnbrücken am Bahnhof Ternitz eingehoben
25 Tonnen Stahltragwerk

Eisenbahnbrücken am Bahnhof Ternitz eingehoben

Am Bahnhof Ternitz wurde ein kleiner Meilenstein im Zuge des Bahnhofsumbaus geschafft. Ein Autokran hob das 25 Tonnen schwere und rund 20 Meter lange Stahltragwerk der Eisenbahnbrücke über die Sierning ein. Es handelt sich um ein Stahltragwerk, welches die bestehende Brücke soweit verbreitert, dass eine neue Weiche darauf Platz findet. Außerdem bietet das Tragwerk ausreichend Platz für Kabel und eine neue Lärmschutzwand. Ein Einhub einer Brücke ist Präzisionsarbeit und erfolgt wie auch in diesem Fall meist nachts, um den Bahnverkehr aufgrund des geringeren Zugsaufkommens möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Seit April 2020 laufen die Arbeiten zur Modernisierung des Bahnhofs Ternitz. Dieser wird bis April 2022 barrierefrei gestaltet. Es entstehen zwei neue Bahnsteige mit modernen Kundeninformationssystemen wie Monitoren, Lautsprechern, Zugzielanzeigen oder Videoanlagen. Das Herzstück der Maßnahmen ist die barrierefreie Gestaltung mit Liften und einem Blindenleitsystem. Neue Wartekojen komplettieren das Angebot. Eine Erweiterung der Park&Ride-Anlage und die Errichtung von E-Ladestationen ist in Planung. Investiert werden rund 46 Millionen Euro.

Für den neuen Personendurchgang, von dem aus man auf die Bahnsteige gelangt, wurde der Betonbau bereits fertiggestellt. Beim neuen Inselbahnsteig – jener, der zusätzlich zum alten, schon bestehenden entsteht – sind bereits die Bahnsteigkanten sichtbar. Auch der Unterbau für die neuen Gleisanlagen ist fertig. Derzeit wird die Inbetriebnahme des neuen, elektronischen Stellwerks zur Steuerung des Zugverkehrs vorbereitet, die dann Mitte November über die Bühne gehen wird. Mit der Modernisierung wird in Ternitz ein wichtiger Schritt im Sinne einer Qualitäts- und Komfortsteigerung gesetzt. Der Bahnhof erhält in den nächsten Monaten nicht nur ein modernes Erscheinungsbild, der Umbau ermöglicht auch eine barrierefreie Nutzung für mobilitätseingeschränkte Personen, RollstuhlfahrerInnen, oder Menschen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck. Dadurch soll das Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr erleichtert und das Bahnfahren noch attraktiver gemacht werden.

Neben den Maßnahmen zur Attraktivierung des Fahrgastbereiches stehen auch im Gleisbereich und bei der Oberleitungsanlage massive Eingriffe an. Die Gleisgeometrie und Oberleitungsanlage (Masten und Fahrleitung) werden so angepasst, dass künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h statt bisher 140 km/h auf der Schiene möglich ist. Dies dient nicht zuletzt dazu, nach Fertigstellung des Semmering-Basistunnels die neuen, kürzeren Reisezeiten Richtung Süden fahren zu können. Die Arbeiten finden unter laufendem Bahnbetrieb statt. Um die umfassenden Baumaßnahmen durchzuführen, sind immer wieder temporäre Einschränkungen im Personennahverkehr zwischen Neunkirchen und Payerbach-Reichenau erforderlich. Einzelne Züge werden vorwiegend in den Nachtstunden ausfallen. Teilweise ist mit geringfügigen Verlängerungen von Fahrzeiten zu rechnen. (ÖBB)

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