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 Bevor der Sturm kommt
Neue Vegetationspflege an Gleisen

Bevor der Sturm kommt

Das neue Vegetationsmanagement der Deutschen Bahn wirkt. Seit 2018 setzt die DB mehr Geld und mehr Personal ein, um die Bäume entlang ihrer Strecken besser zu kontrollieren und zu pflegen. Mit Erfolg: sturmbedingte Schäden durch Bäume an Gleisen und Oberleitungen sind in den zwei Jahren um 25 Prozent zurückgegangen. „Diese Bilanz ist erfreulich und zeigt, dass wir auf einem guten Weg und unsere verstärkten Maßnahmen richtig sind“, so DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.
 „Jedes Jahr investieren wir die Rekordsumme von 125 Millionen Euro, um die Vegetation entlang der Gleise robust und sturmsicher zu machen. Schließlich wollen wir für unsere Fahrgäste bei jedem Wetter verlässlich sein. Klar ist aber auch: Einen hundertprozentigen Schutz vor Sturmschäden an Gleisen und Oberleitungen kann es angesichts der steigenden Extremwetterlagen nicht geben“, so Pofalla.

Den Bahnwald betreut seit zwei Jahren ein Expertenteam. Die Vegetationspflege wurde deutlich ausgeweitet. Mehr als 1.000 Förster und Vegetationspfleger sind seitdem für eine wetterfeste Vegetation entlang der Gleise im Einsatz. Die Hauptarbeit: Der bewährte Rückschnitt sechs Meter rechts und links der Gleise und die Entnahme kranker, instabiler Bäume in den Wäldern. Modernste Technik hilft bei der Inspektion des Baumbestands: Mit Satelliten und Drohnenaufnahmen entstehen hochpräzise digitale Vegetationskarten. Sie helfen der DB, sturmanfällige Bäume noch schneller zu identifizieren und die Pflege weiter zu verbessern.

Mit 28.000 Hektar ist die DB einer der größten Waldbesitzer Deutschlands. 70 Prozent des insgesamt 34.000 Kilometer langen Streckennetzes führen durch Gebiete mit Baumbestand. Ein Gutachten des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) aus dem Jahr 2018 bescheinigt der DB, von Auswirkungen des Klimawandels so stark betroffen zu sein wie kein anderes großes Unternehmen in Deutschland. Die DB entwickelt ihre Strategien für den wetterfesten Bahnwald kontinuierlich weiter. Dies geschieht häufig in Zusammenarbeit mit privaten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, Kommunen oder dem Bund. Auch Umwelt- und Naturschutzbehörden sind in die Vegetationspflege eingebunden. (DB)

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