Titel

 Fahrgäste und Personal in Bus und Bahn sicher unterwegs
Studie zur Ansteckungsgefahr mit COVID-19 im Personenverkehr

Fahrgäste und Personal in Bus und Bahn sicher unterwegs

Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt (DZSF) hat auf Initiative von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine umfangreiche Studie hinsichtlich der „Risikoeinschätzung zur Ansteckungsgefahr mit COVID-19 im Schienenpersonen- sowie im Straßenpersonennah- und -fernverkehr“ anfertigen lassen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen nun vor.

Ein interdisziplinäres Forscherteam, geleitet vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik , hat eine umfassende, internationale Literaturrecherche durchgeführt, um Daten zur Ausbreitung von Corona-Viren zu gewinnen und weiteren Forschungsbedarf aufzuzeigen. Weiterhin wurden orientierende Messungen bei verschiedenen Verkehrsunternehmen in Bussen, Bahnen und Verkehrsstationen durchgeführt. Dazu haben die Forscher Proben der Luft in Fahrzeugen und Stationen sowie von viel berührten Oberflächen wie Türöffnern, Haltestangen und Fahrkartenautomaten genommen und diese auf Viren und Mikroorganismen untersucht. Die Recherche- und Messergebnisse flossen in Modellierungen und Simulationen für das Ausbreitungsverhalten der Viren ein. Damit konnten realitätsnahe Ergebnisse gewonnen werden, die Auskunft über das tatsächliche Infektionsrisiko im öffentlichen Personenverkehr geben.

Die Fraunhofer-Gesellschaft stellt in dem nun vorliegenden Abschlussbericht fest: “Es wird angenommen, dass die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln bisher zum gesamten Infektionsgeschehen in Deutschland nur einen geringeren Beitrag lieferte, verglichen mit anderen Infektionsorten wie dem häuslichen Umfeld oder dem Pflegebereich”. Die Ergebnisse zeigen, dass die konsequente Anwendung von Hygienekonzepten – dazu gehören z.B. die Steigerung der Reinigungszyklen in Verkehrsmitteln und Stationen und weitere Schutzmaßnahmen wie die Beachtung der sogenannten AHA-Regeln - positive Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen im ÖPV hat. Damit verdeutlicht auch diese Studie, dass es im ÖPV bei Einhaltung der Hygieneregeln kein erhöhtes Infektionsrisiko gibt.

Das Infektionsrisiko lässt sich vielmehr mittels ausreichender Frischluftzufuhr, Umluftfilterung, Einhaltung von Abstand und dem richtigen Tragen von geeigneten Schutzmasken effektiv reduzieren. Der wirksamste Schutz wird durch das Tragen einer korrekt sitzenden FFP2-Maske erzielt. Das DZSF als Auftraggeber und Herausgeber der Studie hofft, dass die Ergebnisse dazu beitragen, das Vertrauen der Fahrgäste in die hygienische Sicherheit des ÖPV zurückzugewinnen. Der vorliegende Maßnahmenkatalog dient zudem dazu, die Verkehrsunternehmen des ÖPV bei der Validierung und Weiterentwicklung ihrer Schutzmaßnahmen und Hygienekonzepte zu unterstützen. Die Untersuchungen ergänzen die Maßnahmen des BMVI zum Gesundheitsschutz im öffentlichen Verkehr. Bereits am 29.04.2020 hatte das BMVI mit allen relevanten Akteuren umfassende Hygiene- und Schutzkonzepte verabschiedet. Dazu gehören v.a. die Maskenpflicht oder die verstärkte Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen und Haltestellen sowie Lüftungskonzepte. (DSZF)

« Zurück 22.06.2021