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 Intermodellbau 2017
39. Ausstellung für Modellbau und Modellsport 09.04.2017 - 11:05

Intermodellbau 2017


Modellbahnfreunde Borkum
Was wäre die Intermodellbau ohne die Schauanlagen der Modelleisenbahnfreunde? Auch in diesem Jahr präsentiert die weltgrößte Messe für Modellbau und Modellsport in der Messe Westfalenhallen Dortmund wieder die schönsten Ergebnisse jahrelanger aufwändiger und filigraner Arbeit in den Modellbauvereinen. Oft nehmen die Anlagen den Betrachter mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der Eisenbahnen der Welt und der Regionen, die sie prägten. Wenn der Verein „Bockerl fahr zua!“ sein „Hallertauer Bockerl“ auf die Strecke schickt, kommt bayerisches Flair auf. Als Bockerl werden in Bayern Züge bezeichnet, die auf Nebenstrecken fahren.
Das Original ist seit über 120 Jahren im Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, unterwegs. Das „Hallertauer Bockerl“ gehört hierhin wie Hopfen und Bier. Der Verein hat sich der modellhaften Darstellung seiner Heimat verschrieben. Er präsentiert die Region im Maßstab 1:87 als ein circa 35 Meter langes Modularrangement. Betrachter entdecken neben ehemaligen Betriebsstellen und Bahnhöfen des „Hallertauer Bockerls“ auch historisch bedeutende Gebäude: die Hallertauer Schimmelkapelle, das Herrenhaus Haag und die alte Schulevon Rudelzhausen. Viele der detailreichen Motive, wie beispielsweise die Spargelstecher auf dem Feld, bringen den Betrachter zum Staunen und Schmunzeln.

Das Hallertauer Bockerl
 
Betrachter entdecken neben ehemaligen Betriebsstellen und Bahnhöfen des „Hallertauer Bockerls“ auch historisch bedeutende Gebäude: die Hallertauer Schimmelkapelle, das Herrenhaus Haag und die alte Schule von Rudelzhausen.  Viele der detailreichen Motive, wie beispielsweise die Spargelstecher auf dem Feld, bringen den Betrachter zum Staunen und Schmunzeln. Die Bockerlzüge fahren durch die hügelige Modelllandschaft und verbinden die Sehenswürdigkeiten zu einem außergewöhnlichen Arrangement. Ein Abstecher an die Westküste Kanadas in den 1930er-Jahren: Eine Bahnlinie der S&G Mining and Navigation Company“ führt quer durch Vancouver Island, durch hohe Berge und dichte Wälder mit reißenden Flüssen und Wasserfällen, vorbei an verlassenen Indianerdörfern und Blockhütten in der Wildnis. Ihre Züge befördern Holz, Eisen und Kupfer aus dem Landesinnern zur Küste, außerdem Arbeiter zu den Minen und Holzfällercamps.Leo Bettonviel und Walter Huijboom, zwei ehemalige Mitglieder des Modellteams Meierij, haben die Anlage „S&G Mining and Navigation Company“ 2013 gestiftet. Die maßstabgetreue Nachbildung in H0 Normalspur ist viereinhalb Meter lang und 50 Zentimeter tief.

Eisenbahnfreunde Hönnetal
Noch einmal zurück in die 1930er-Jahre – diesmal nach Frankreich: 1932 wurde der Verkehr auf der von der Gesellschaft P.L.M. betriebenen Strecke von Besançon-Viotte nach Locle-Col-des-Roches (Schweiz) eingestellt. Davon betroffen war auch der 1884 eröffnete Bahnhof “L’Hôpital du Gros-Bois” (Krankenhaus Gros-Bois). In den Jahren zuvor war die Zahl neuer Eisenbahnlinien geradezu “explodiert”: Städte, Dörfer,ganze Regionen erlebten durch den um 1870 einsetzenden Siegeszug der Schiene einen enormen Aufschwung. Bis 1920 entwickelte sich in Frankreich ein weitverzweigtes Schienennetz.
Durch die Konkurrenz der Straße begann jedoch bereits Ende der 1920er-Jahre ein Niedergang. Zahlreiche kleine Linien wurden geschlossen. Das Team des Modellbauklubs Rail Miniature 25 präsentiert eine Anlage, die die Eisenbahngeschichte der französischen Gemeinde Gros-Bois inklusive des Bahnhofs “L’Hôpital du Gros-Bois” wieder zum Leben erweckt, ebenso wie die von P.L.M. eingesetzten Lokomotiven und Züge, die den Verkehrsanschluss des Tals und den Betrieb der ansässigen Schmieden und Sägemühlen ermöglichten. Gurgelnde Gebirgsbäche mit klarem Wasser, der frische Duft der Wälder und hohe Berge mit schneebedeckten Gipfeln – wer lässt sich von der Berglandschaft der Alpen nicht gern verzaubern? Das holländische Team Zwitserleven (TZL, dt. Schweizer Leben) beschloss vor einigen Jahren, eine Berglandschaft mit einer Schmalspurbahn, nämlich die Bündner Rhätische Bahn, als Vorbild für seine neue Modellbahn zu verwenden.
Diese Modellbahn aus fünf Segmenten ist keine exakte Umsetzung der schweizerischen Bergwelt im Modell, es gibt jedoch einige Elemente aus der Ost-Schweiz, beispielsweise ein typisches schweizerisches Dorf mit ebenso typischem Schmalspurbahnhof und einer hohen Steinbogenbrücke. Mittels zweier Spiralen bewältigen die Modellzüge auf der Anlage einen Höhenunterschied von 50 Zentimetern. Zwei Schattenbahnhöfe sorgen für abwechslungsreichen Zugverkehr. Ein Schattenbahnhof ist ein Element einer Modelleisenbahnanlage, das für Betrachter nicht einsehbar ist. Es dient den Modellbauern zum Abstellen komplette Züge und befindet sich oft unterhalb der Landschaftsplatte der Anlage, bei Großanlagen auch in einem separaten Raum.

Firma Noch: Konzertbühne
 
 
Die Modellbauer können Züge im Schattenbahnhof abstellen und neue Züge aus dem Schattenbahnhof in den sichtbaren Teil der Anlage fahren lassen. Das Faller Car System macht das Dorf noch lebendiger.  Auch in diesem Jahr waren Besucher aus sämtlichen deutschen Bundesländern vertreten. Vor allem aber reiste jeder fünfte Besucher aus dem Ausland an. Die Besucher kamen unter anderem aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Schweden und der Schweiz. 85,3 Prozent der Besucher haben etwas gekauft oder bestellt. Nach ihrer Zufriedenheit mit der diesjährigen Messe gefragt, bewerteten die Besucher die Intermodellbau im Schnitt mit der Schulnote „gut“.

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