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 ICE-Sitze nicht zu eng
Anfragen im Bundestag 03.01.2019 - 12:52

ICE-Sitze nicht zu eng

Die längeren Wagen des derzeit modernsten ICE 4 haben nach Aussage der Bundesregierung "keine engeren Sitze zur Konsequenz". Vielmehr könne die Deutsche Bahn AG (DB AG) im ICE 4 sowohl eine hohe Platzkapazität als auch einen deutlich erweiterten Stauraum für Gepäck, bis zu vier Rollstuhlplätze sowie acht Fahrradstellplätze anbieten, heißt es in der Antwort (19/6513) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/5982). Wie die Regierung weiter schreibt, gab es im Zeitraum von Januar 2017 bis Oktober 2018 280 Beschwerden in den Kategorien Bequemlichkeit der Sitze und Platzgestaltung im ICE 4 im Kundenverwaltungssystem (CRM) der DB Fernverkehr AG. Schwerpunktmäßig sei bei den Sitzen im ICE 4 die Polsterung als zu hart angesehen und die Eignung zum Ausruhen und Schlafen in Bezug auf die Haltung im Kopf- und Schulterbereich bemängelt worden.

Zusammen mit dem Hersteller der Sitze habe die DB AG - durch Ergonomie-Experten begleitet - verschiedene Polstervarianten entwickelt und diese mit mehreren hundert Probanden in Laborsituation getestet. Neben den weiter entwickelten Sitzpolstern seien auch die bisherigen Seriensitze im ICE 4 sowie eine ältere Sitzgeneration getestet worden, so dass die Wirkung der Testpolster in Bezug auf eine strukturgleiche Befragung zu Standardsitzen gestellt werden könne. Die Probandentests der neuen Sitzpolster führten laut der Antwort zu dem Ergebnis, "dass mit modifizierten Polstern eine Verbesserung der Bequemlichkeit erreicht werden kann". Im nächsten Schritt werde die DB AG entsprechende optimierte Sitze bei planmäßigen ICE-Zugfahrten erproben. Bei den Tests würden Fahrgastbefragungen in repräsentativem Umfang durchgeführt, deren Auswertung nicht vor Frühjahr 2019 abgeschlossen sein wird, schreibt die Bundesregierung.

Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau ist nach Aussage der Bundesregierung derzeit nicht an das ICE-Netz angeschlossen, weil die Führung der Fernverkehrslinien von Magdeburg über Köthen nach Halle und von Berlin über Lutherstadt Wittenberg nach Leipzig beziehungsweise Halle jeweils die schnellere Verbindung als eine Führung über Dessau-Roßlau ist. Das geht aus der Antwort (19/6514) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (19/6091) hervor. Im Rahmen des "Deutschland-Takts" werde derzeit eine Schnellverbindung zwischen Berlin und Leipzig untersucht, die über Dessau und Bitterfeld geführt wird, teilt die Regierung mit. Eine abschließende Bewertung des "Deutschland-Takts" liege derzeit noch nicht vor.  (Bundestag)

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