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 Zweckverband mahnt Eurobahn
Verspätungen und schlechte Informationen 12.01.2018 - 13:29

Zweckverband mahnt Eurobahn


Ein Zug der Eurobahn kreuzt in Ascheberg (Westf) mit einem Intercity. Foto: Erich Westendarp, pixelio.de
Die Beschwerden sind offenbar so massiv, dass nun auch der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) aktiv geworden ist. Wie die „Westfälischen Nachrichten” berichten, hat der NWL als Auftraggeber dieser Strecken den Eurobahn-Mutterkonzern Keolis nun aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu benennen, mit denen die Probleme abgestellt werden können. Bereits in der Vergangenheit hatte die Eurobahn für Unmut unter den Fahrgästen gesorgt. Im vergangenen Winter kam es wegen eines hohen Krankenstandes unter den Triebfahrzeugführern zu Zugausfällen und Negativschlagzeilen. Mit der Übernahme des Teutoburger-Wald-Netzes auf fünf Li­nien hat dass Unternehmen auch die Fahrzeuge und das Personal der bisherigen Betreiber übernommen. 
Das sind laut „WN” 40 Lokführer und zwei Dutzend Zugbegleiter. Mit der Aufstockung des Personals war die Eurobahn zuversichtlich, den Personalmangel augemerzt zu haben. In dieser Woche aber schlug das alte Problem erneut zu. Wegen vieler Krankmeldungen mussten Züge der RB 69 zwischen Hamm und Münster und der RB 50 zwischen Münster und Dortmund ausfallen oder fuhren verspätet. Zudem gab es auch erneut technische Probleme mit den Farzeugen. Auch sind neu bestellte Triebfahrzeuge noch nicht im Einsatz, weil sich die Abnahme durch das Eisenbahn-Bundesamt verzögert. Die Eurobahn bezeichnete die Vorfälle in einer Stellungnahme als „unglücklich gelaufen”.

Für die Politik sind die Ereignisse jedoch Grund genug, nun auch die verbale Keule auszupacken. Der CDU-Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag, Henning Rehbbaum, aus dem Kreis Warendorf forderte vor wenigen Tagen eine Verbesserung für die Fahrgäste und drohte damit, die Eurobahn notfalls von ihren Verkehrsverträgen zu entbinden. Nach der öffentlichen Schelte durch den Zweckverband ist die Eurobahn nun zum Handeln gezwungen. Das Unternehemen nannte vor allem Verzögerungen bei der Ausbildung der Lokführer und technische Probleme, kündigte aber an, den fahrplanmäßigen Betrieb im Teutoburger-Wald-Netz in den nächsten Tagen sicherzustellen.

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