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 Verkehrsministerien wollen mehr Attraktivität
Bahnverbindung Amsterdam - Berlin 10.04.2019 - 13:56

Verkehrsministerien wollen mehr Attraktivität

Die niederländische Staatssekretärin Stientje van Veldhoven und der deutsche Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Parlamentarischer Staatssekretär Enak Ferlemann, haben die Verbesserung der bedeutenden Bahnverbindung Amsterdam - Berlin erörtert. Gemeinsames Ziel ist es, den besonders umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene auf dieser Verbindung attraktiver zu gestalten, um seinen Marktanteil gegenüber dem Straßen- und Luftverkehr zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen nicht nur die Infrastruktur und Zugfrequenzen verbessert werden, auch kluge Weiterentwicklungen der Passagierinformation, der internationalen Bahntarife, des Bordservice sowie der Verbindung von Luft- und Bahnverkehr sind erforderlich. Die Niederlande und Deutschland wollen diese Botschaft einer Attraktivitätssteigerung des Schienenverkehrs gemeinsam den europäischen Partnern näher bringen.

Die Staatssekretäre Stientje van Veldhoven und Enak Ferlemann erörterten die Beschleunigung der Bahnverbindung zwischen Berlin und Amsterdam. Foto: BMVI
Eine Beschleunigung der Verbindung Amsterdam - Berlin ist bereits durch den Einsatz von Mehrsystemlokomotiven und eine kluge Weiterentwicklung des Fahrplans möglich. Die Ergebnisse einer deutsch-niederländischen Untersuchung zeigen, dass bereits die Umstellung der heutigen Züge auf Mehrsystemlokomotiven und das Weglassen einzelner Halte eine Verkürzung der Fahrzeit um ca. 20 Minuten auf rund sechs Stunden Fahrzeit ermöglicht. Ein Infrastrukturausbau ist hierfür nicht erforderlich. Eine Umsetzung ist daher bereits kurzfristig möglich, sofern die Beschaffung der entsprechenden Lokomotiven zeitnah auf den Weg gebracht wird. Die beiden Staatssekretäre empfehlen daher den Betreibern der Verbindung, rasch ein entsprechendes Konzept zu prüfen.

Beide Staatssekretäre begrüßten die vor kurzem bekannt gegebene Entscheidung der DB Fernverkehr AG, in neues Rollmaterial zu investieren. DB Fernverkehr hat ECx-Züge in ICE-Qualität bestellt und will diese Züge ab dem Jahr 2023 auf dieser Verbindung einsetzen. Die neuen ECx-Züge von Talgo zeichnen sich durch einen stufenlosen Einstieg und eine durchgehende Barrierefreiheit aus. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h nutzen sie das Potenzial der Schnellfahrstrecke Hannover - Berlin deutlich besser als das heutige Rollmaterial. Zusammen mit Optimierungen des Fahrplans wird eine um etwa 30 Minuten auf 5:50 Stunden verkürzte Fahrzeit ermöglicht. Die Betreiber der Verbindung Amsterdam - Berlin werden nun im Detail ausarbeiten, wie sich die Fahrzeitverkürzung im Fahrplan realisieren lässt.

Langfristig könnte die Fahrzeit zwischen Amsterdam und Berlin auf etwa fünf Stunden sinken. Dies ermöglichen die für den Deutschland-Takt vorgesehenen Neu- und Ausbaumaßnahmen zwischen Hamm, Hannover und Berlin. Um die Fahrzeiten weiter zu verkürzen arbeitet Staatssekretärin Van Veldhoven an einem „Future vision of public transport 2040“. Für dieses Zukunftskonzept wird sie auch die Möglichkeiten von Infrastrukturinvestitionen für das niederländische Schienennetz untersuchen, mit denen sich die Verbindungen nach Deutschland beschleunigen lassen. Diese Perspektive werden beide Länder in ihren Ausbauprogrammen für die Schieneninfrastruktur weiter prüfen. (BMVI)

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