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 RMV und DB starten Qualitätsprogramm für die Schiene
Bessere Fahrgastinformation und modernere Stationen 12.04.2019 - 15:12

RMV und DB starten Qualitätsprogramm für die Schiene

Um die Betriebsqualität zu verbessern und für die wachsenden Fahrgastströme der Zukunft gewappnet zu sein, haben die Partner RMV und Deutsche Bahn ein umfangreiches Intensivprogramm gestartet. Dieses soll die Voraussetzungen dafür schaffen, um gemeinsam mit dem Land Hessen den Eisenbahnverkehr in Hessen insgesamt fit für die Zukunft zu machen. „Durch den Knoten Frankfurt fließen zwei Drittel des deutschen Eisenbahnverkehrs. Das macht ihn zu einem der am stärksten belasteten Schienendrehkreuze der Bundesrepublik und in den kommenden Jahren wird der Verkehr weiter zunehmen“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag in Frankfurt. „Für Bahn und RMV bedeutet das erhebliche Anstrengungen, denn schon heute läuft es an etlichen Stellen nicht richtig rund. Deshalb müssen wir besser werden: Bei der Pünktlichkeit der Verbindungen und der Information, wenn es doch zu Verspätungen kommt. Bei der Barrierefreiheit der Bahnhöfe und der Sauberkeit der Stationen. Deshalb unterstützen wir die Qualitätsoffensive von Bahn und RMV mit einem dreistelligen Millionenbetrag.“

Im Rahmen des Programms S-Bahnplus investiert das Land beispielsweise mehr als 70 Millionen Euro unter anderem in zusätzliche Weichen und Signale. Das soll dazu beitragen, Stabilität und Betriebsqualität der S-Bahn zu verbessern. Gut 35 Millionen stellt das Land alleine in diesem Jahr für die Modernisierung von Bahnhöfen zur Verfügung. Und den Betrieb von Bussen und Bahnen des RMV finanziert das Land 2019 mit 600 Millionen Euro. „Wir wollen Hessen zum Vorreiter der Verkehrswende machen. Dazu brauchen wir Busse und Bahnen, mit denen die Pendlerinnen und Pendler gerne fahren“, so Al-Wazir. „Wir brauchen Fahrpläne mit engen Takten und pünktlichen Zügen. Und wir brauchen Bahnhöfe möglichst ohne dunkle Ecken. Die heute eröffnete Qualitätsoffensive ist ein weiterer Schritt dahin. Ich freue mich insbesondere, dass die Bahn damit die besondere Bedeutung Hessens im bundesweiten Schienennetz anerkennt und stärkt. Zur Qualitätsoffensive gehört natürlich auch zusätzliche Infrastruktur. Wir arbeiten gemeinsam und erfolgreich an der Umsetzung der Projekte von FrankfurtRheinMainplus, deren Umsetzung unabdingbar ist. Und wir setzen darauf, dass perspektivisch auch ein Schienenring um Frankfurt und ein Fernbahntunnel am Hauptbahnhof die Kapazität und die Qualität des Bahnverkehrs weiter steigern werden.“

Das Intensivprogramm bündelt geschäftsfeldübergreifend Maßnahmen der DB-Sparten Netz, Regio und Station&Service zu einem umfassenden Katalog, der Verbesserungen von A wie Abfahrtszeiten bis Z wie Zuverlässigkeit vorsieht. „Pünktlich, sicher, sauber, zuverlässig und gut informiert – das sind die Kriterien, an denen unsere Fahrgäste uns zu Recht messen und die wir als RMV von unseren Partnern einfordern“, sagt Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV. „Unser Ziel ist es, dass im Jahr 2030 30 Prozent mehr Menschen mit dem RMV fahren, doch das geht nur, wenn die Qualität stimmt. Deshalb haben wir das Intensivprogramm zur nachhaltigen Verbesserung der Qualität auf den Weg gebracht. Doch eines ist klar: All diese Maßnahmen zusammen sind ein Mammutvorhaben, das nur in guter und vertrauensvoller Zusammenarbeit auf Augenhöhe gestemmt werden kann. Die höchstrangige Besetzung der heutigen Pressekonferenz aus allen relevanten Konzernsparten verdeutlicht dies eindrücklich. Ich bedanke mich deshalb bei allen Beteiligten für ihr Engagement.“

Im Bereich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit setzt die DB insbesondere auf eine stärkere Personaldecke, verbesserte Fahrzeuginstandhaltung und -bereitstellung, eine noch flexiblere Steuerung der Züge zwischen Fulda und Mannheim sowie Infrastrukturmaßnahmen, wie die schrittweise Digitalisierung der Schiene. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fahrgastinformation und das Erscheinungsbild der Bahnhöfe. „Wir wollen, dass sich unsere Gäste an den Bahnhöfen wohlfühlen. Darum investieren wir 2019 rund 116 Millionen Euro in Hessens Bahnhöfe – gemeinsam mit Bund, Land und Kommunen. Dabei haben wir nicht nur ein Ballungszentrum wie das Rhein-Main-Gebiet im Blick, sondern auch die dünner besiedelten Regionen“, so Bernd Koch, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG.

„Wir stellen uns zudem dem zentralen Bedürfnis unserer Kunden nach einer besseren und zuverlässigeren Reisendeninformation. Wir schaffen nicht nur einen zentralen Datentopf für alle Kommunikationskanäle, sondern sorgen auch für verständlichere und umfassendere Informationen am Bahnhof, zum Beispiel durch neue Layouts, Monitore und Tafeln für die Bahnhöfe. In Hessen starten wir den Rollout der neuen Reisendeninformation im ersten Halbjahr 2020. Schon heute profitieren Reisende in Hessen von besseren Informationen an kleinen Bahnhöfen, von innovativen Projekten wie Holoplot für verständlichere Durchsagen und in Kürze von der neuen DB Information im Frankfurter Hauptbahnhof.“

Über unsere Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive haben wir seit 2016 in Hessen für den Regional- und S-Bahn-Verkehr 300 neue Lokführer und Lokführerinnen ausgebildet. 2019 werden wir dies mit 170 Neueinstellungen noch einmal steigern. Das sind beachtliche Zahlen, und das wollen wir beibehalten“, sagt Dr. Jörg Sandvoß, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG. „Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, brauchen wir auch mehr Fahrzeuge. Deshalb stocken wir gemeinsam mit dem RMV unsere S-Bahnflotte auf. Ab Mai gehen die ersten von 14 Bahnen der Baureihe ET 425 an den Start. Ein weiteres Top-Thema für uns ist die Verfügbarkeit unserer Fahrzeuge. Beim Main-Neckar-Ried-Express und beim Mittelhessen-Express sind wir schon spürbar besser geworden – mit Hilfe von zusätzlichen Mitarbeitern in den Werkstätten, aber auch durch mobile Instandhaltungsteams.“

„Frankfurt hat für den Bahnverkehr in Deutschland eine Schlüsselrolle. Damit die Züge verlässlicher fahren, müssen wir den „Engpass Mitte“ deutlich entlasten. Im gerade angelaufenen PlanKorridor Fulda-Mannheim steuert ein Expertenteam künftig den Eisenbahnverkehr auf dieser stark belasteten Strecke noch konsequenter. Das Ziel: verspätete Züge dürfen keine pünktlichen Züge beeinträchtigen,“ sagt Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG. „Allein zehn Millionen Euro investieren wir dieses Jahr zusätzlich in dem PlanKorridor um die Qualität der Infrastruktur auf diesem Engpass-Abschnitt zu steigern. Und wir bauen unser Präventionsprogramm weiter aus. Sechs Millionen Euro investieren wir kurzfristig in Stellwerke, Weichen, Signale, Bahnübergänge und Brücken, damit wir Störungen beheben können, bevor sie überhaupt entstehen und die Fahrgäste zuverlässig und pünktlich an ihr Ziel kommen.“

Die wesentlichen Maßnahmen des Intensivprogramms im Überblick:
  • Neue DB Information und innovative Formate für bessere Kundeninformation am Bahnhof
  • Konsistente Fahrgastinformation über alle Kanäle durch neue Reisendeninformations-Plattform
  • 116 Millionen Euro Gesamtinvestitionen in 2019 für modernisierte und barrierefreie Bahnhöfe in Hessen
  • Bessere Fahrzeugverfügbarkeit im Regionalverkehr durch zusätzliche Mitarbeiter und mehr Werkstattkapazitäten
  • Mehr Fahrzeuge für eine stabilere Qualität und mehr Leistung: zusätzliche S-Bahnen der Baureihe ET 425
  • Mehr Lokführer für Hessen – Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive
  • Mehr Verlässlichkeit im Knoten Frankfurt und stark belasteten Zulaufstrecken durch PlanStart und PlanKorridor Mitte
  • Mehr Stabilität im Netz durch präventive Instandhaltung
  • Reibungsloser Bahnbetrieb durch moderne Stellwerke
  • S-Bahnplus-Programm für schnelle Qualitätseffekte
(DB)

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