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 Baudenkmal im Abriss-Look
Bahnhof Potsdam Charlottenhof 13.05.2019 - 16:14

Baudenkmal im Abriss-Look

Graffiti, zerschlagene Scheiben, Vandalismus, dunkle Ecken, Polizeieinsätze. So präsentiert sich das 1887 erbaute Schmuckstück. Die damals von der Königlichen Eisenbahndirektion Magdeburg erstellte Anlage gehört heute der Deutschen Bahn. Und das sieht man. Der aktuell überaus verwahrloste Haltepunkt in der brandenburgischen Landeshauptstadt liegt unmittelbar in der Nähe zum Schloss Charlottenhof. Deswegen wurde er damals architektonisch reicher als gewöhnlich ausgebildet. 
Graffiti, Vandalismus und Verfall prägen das Außenbild [1]
Der Bahnhof Potsdam Charlottenhof macht ein verwahrlosten Eindruck [2]
Der Zustand der Bahnsteige ist weit entfernt von einer Wohlfühlatmosphäre [3]
Um 1910 war das Gebäude noch perfekt herausgeputztUm 1910 war die Welt rund um den Bahnhof noch in Ordnung. [4]
Wenn heute ab und zu ein Baugerüst an der Fassade des Gebäudes steht, hegen die Potsdamer Hoffnung, dass der Bahnhof nun endlich saniert wird. Aber immer wieder wurden sie enttäuscht. Nix Sanierung! - „Instandhaltungsmaßnahmen“, so die Aussagen der Deutschen Bahn. Heißt im Klartext, der aktuelle optische und technische Nachkriegszustand wird „verwaltet“. Überhaupt sei eine Sanierung wohl nicht vorgesehen, erklärte ein Bahnsprecher. Bereits seit Jahren steht der Zustand des Gebäudes immer wieder mal auf der Tagesordnung der Stadtverordneten. Sie fordern eine Sanierung des denkmalgeschützten Jugendstil-Gebäudes. Immerhin steigen gut 2800 Reisende täglich in Charlottenhof ein oder aus. Sie kommen entweder mit dem RE1 oder über eine der vier dort haltenden Regionalbahnlinien. Die Stadt drängelt sich der Deutschen Bahn regelrecht auf, mehr Menschen umweltfreundlich mit dem Zug anreisen zu lassen: Es locken die Nachlässe der preußisch-königlichen Epoche wie dem weltbekannten Schloss Sanssouci oder auch neuzeitlichere Attraktionen bis hin zum Medienpark Babelsberg.

Fazit: Der Bahnhof Schloss Charlottenhof wird der Anspielung auf seinen gepflegten, architektonischen Namensgeber nicht im Ansatz gerecht. Deshalb setzt sich auch die Verkehrsgewerksschaft EVG dafür ein, dass es irgendwann einmal wieder Spaß machen wird, die Stadt mit der Bahn zu besuchen. Die Deutsche Bahn hat nun angekündigt, die Graffiti-Schmierereien konsequent zu entfernen und zu prüfen, wie gegen den ausufernden Vandalismus vorgegangen werden kann - immerhin. (EVG, th)

Bildnachweis:
[1] - [3] EVG
[4] Unbekannt, ca 1910

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