Titel

Magnete im Gleis sorgen für Sicherheit
Die punktförmige Zugbeeinflussung


Solche Gleismagnete sichern Gefahrstellen an Bahnstrecken ab.
Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) ist ein mikroprozesorgesteuertes Sicherungssystem für Eisenbahnfahrzeuge. Die PZB ist eine Weiterentwicklung der bereits in den 1930er Jahren in Deutschland eingeführten Induktiven Zugsicherung (INDUSI). Letzter Name beschreibt damit auch bereits die Funktionsweise des Systems. An Punkten der Gefahr, wie Signalen, Langsamfahrstellen oder Bahnübergängen, sind im Gleisbereich Gleismagnete verschiedener Schwingkreise installiert. Bis zum Jahr 2014 mussten alle Bahnstrecken in Deutschland, die mit 100 km/h oder mehr befahren wurden, mit der PZB ausgerüstet sein. Nach einer Änderung der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) infolge der Kollision in Hordorf im Jahr 2011 müssen heute alle Strecken damit ausgerüstet sein. Die Streckenausrüstung besteht aus 1000-Hz-Gleismagneten an Standorten von Vorsignalen, 500-Hz-Magneten 150 bis 300 Meter vor Hauptsignalen und 2000-Hz-Magneten bei Hauptsignalen. Gleichzeitig sind auch alle Triebfahrzeuge und -züge mit einem Magneten als Gegenstück ausgerüstet. Zeigt nun beispielsweise ein Vorsignal die Warnstellung (Halt erwarten) erzeugt der zugehörige 1000-Hz Gleismagnet ein elektromagentisches Wechselfeld (Induktion), welches beim Überfahren am Magneten des Schienenfahrzeugs eine Reaktion auslöst. Der Triebfahrzeugführer muss nun zur Bestätigung, dass er das Signalbild zur Kenntnis genommen hat die Wachsamkeitstaste betätigen. Unterbleibt diese Handlung erfolgt innerhalb von 4 Sekunden die Zwangsbremsung des Zuges.

Nach Betätigen der Wachsamkeitstaste leuchtet der 1000-Hz-Leuchtmelder und die Geschwindigkeitsüberwachung tritt in Aktion. Der Triebfahrzeugführer muss je nach eingestelltem Betriebsprogramm die Geschwindigkeit auf einen vorgegebenen Wert ermäßigen. Hält er sich nicht an diesen Wert, erfolgt ebenfalls automatisch eine Zwangsbremsung. Etwa 250 Meter vor einen Hautpsignal trifft der Fahrzeugmagnet auf den 500-Hz Magneten des Hauptsignals. Steht das Hauptsignal in der Stellung „Halt”, so wird nun die 500-Hz Beeinflussung am Fahrzeug wirksam, im Führerstand leuchtet der 500-Hz Leuchtmelder, und der Triebfahrzeugführer  muss die Geschwindigkeit bis auf 25 km/h ermäßigen. Steht das Signal dagegen auf „Fahrt frei”, wird der Schwingkreis des Gleismagenten kurzgeschlossen und es erfolgt keine Reaktion im Triebfahrzeug. Der Lokführer hat nun die Möglichkeit sich mit Hilfe eines Tasters aus der Geschwindigkeitsüberwachung zu befreien. Bei einer unrechtmäßigen Befreiung, also wenn das das Singal trotz Befreiung auf Halt steht, erfolgt am 500Hz-Magneten die Zwangsbremsung. Am 2000-Hz Magneten eines Hautpsignales erfolgt bei Halt zeigendem Singal dagegen immer eine Zwangsbremsung. Damit werden Züge, die ein Haltesignal überfahren haben zum Stillstand gebracht. Im Falle einer Störung am Hauptsingal kann der Lokführer auf Befehl eines Fahrdiensteiters, oder durch das Ersatzsignal, und nur dann!, an einem Halt zeigenden Singal vorbeifahren. Nach Erhalt einer entsprechenden Weisung betätigt der Triebfahrzeugführer bei der Vorbeifahrt am Signal die Befehlstaste, um der Zwangsbremsung zu entgehen.